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Fachtag im Haus des Jugendrechts Ulm 2026

20. März 2026

Der Fachtag im Haus des Jugendrechts Ulm am 20. März 2026 griff den Themenbereich freiheitsentziehender Maßnahmen bei Jugendlichen (und teilweise Heranwachsenden) auf und allein an der Anzahl der Teilnehmenden lässt sich ermessen, wie viele Menschen in der täglichen Arbeit mit jungen Menschen dieses Thema beschäftigt. 
Die Vortragsreihe mit Experten aus verschiedenen Bereichen wie Jugendhilfeeinrichtung Schloss Stutensee, Jugendarrestanstalt Göppingen, Verein G-Recht e. V. und Justizvollzugsanstalt Ravensburg gab einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Aspekte des Freiheitsentzugs bei jungen Menschen und verdeutlichte sehr gut, wie vielfältig die Hintergründe, die Ursachen, die Entwicklungsverläufe der Menschen und ihrer Familien sind. So wurde schnell klar, dass auch die Bedarfe und Herausforderungen in der jeweiligen Einrichtung sehr unterschiedlich und individuell sind. 

Fachtag im Haus des Jugendrechts Ulm 2026
Fachtag im Haus des Jugendrechts Ulm 2026

Die Vorträge erläuterten, dass der Aufenthalt in keiner der Einrichtungen leicht ist, nicht für die jungen Menschen, nicht für die Angehörigen, und dass nur mit klaren Regeln, enger Taktung des Tagesablaufs und strenger Routine allen Beteiligten nach und nach klar wird, dass sich jetzt etwas im Leben ändern muss. Ein Satz im Vortrag war: „Der pädagogischen Hilfe können sich die Jugendlichen hier nicht entziehen.“ 
 
Ohne ein hervorzuhebendes und begeistertes Engagement der dort Beschäftigten geht es nicht. Schloss Stutensee bietet Maßnahmen zur Haftvermeidung und sehr vieles im Bereich der Intensivpädagogik an. Die Vorstellungen der Jugendarrestanstalt Göppingen und der Justizvollzugsanstalt Ravensburg zeigten weiter, dass u.a. auch die Größe der Einrichtung, Anzahl und Multiprofessionalität der dort Beschäftigten, die Dauer des Freiheitsentzuges eine wesentliche Rolle dafür spielen, wie und woran mit jugendlichen Insassen gearbeitet werden kann.
Der Verein G-Recht e. V. mit einem seiner Angebote, dem Sozialen Trainingskurs im Arrest, machte sehr anschaulich, dass nur mit der Teilnahme an einem Trainingskurs allein sich nicht das Leben eines jungen Menschen verändert. Wenn es aber gelingen sollte, ihr oder ihm aufzuzeigen, wie denn unter dem Strich die „Kosten-Nutzen“-Rechnung wiederholter Straftaten ausfällt und wenn sich ein „Anker setzen“, ein Aha-Erlebnis erreichen lässt, dann kann sich dadurch auch so manche Haltung und Einstellung auf lange Sicht ändern.

Frau Haid, Jugendhilfeeinrichtung Schloss Stutensee; Frau Fuchs und Herr Knödler, Jugendarrestanstalt Göppingen;  Herr Möller, G-Recht e. V.
Frau Haid, Jugendhilfeeinrichtung Schloss Stutensee; Frau Fuchs und Herr Knödler, Jugendarrestanstalt Göppingen; Herr Möller, G-Recht e.V.

Zusammenfassend wurde klar, dass der Freiheitsentzug bei Jugendlichen ein komplexes Thema ist, das eine umfassende und individuelle Herangehensweise erfordert. Es ist wichtig, dass Experten aus verschiedenen Bereichen zusammenarbeiten, die, wenn möglich, auch mit den Eltern, mit dem Umfeld arbeiten, um Lösungen zu finden, die den Bedürfnissen und Bedarfen der Jugendlichen gerecht werden. Einfache Lösungen gibt es da nicht.

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